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Was unterscheidet eine Bibliothek von einem Archiv?
Primär: Definition nach Sammelgut (Handschriftliches / Gedrucktes;
sekundär: Definition nach Aufgabe
Grundsätzlich fallen in Archiven in erster Linie Unikate zum Sammeln an, in Bibliotheken dagegen Druckwerke. Diese Abgrenzung ist natürlich nicht möglich für die Zeit vor 1450, also vor dem Buchdruck. - Auch für die späteren Jahrhunderte ist die Trennung ist nicht immer ganz eindeutig zu machen.
Für die Gegenwart kann man grundsätzlich wie folgt unterscheiden:
Archive
Grundsätzlich:
Dokumente aus der Verwaltung des Sprengels (Einzugsgebiets), für den sie zuständig sind (z.B. Gemeinde, Stadt, Kanton/Staat, Bund, Diözese, Firma). Oft muss aber auch die Umgebung berücksichtigt werden.
Daneben weitere "Sammlungen", d.h. Geschenke von Privatpersonen, Familien und Vereinen tendenziell eher aus dem Bereich der Politik und von Institutionen mit öffentlichen Aufgaben.
Konkreter:
- Präsenzbibliothek mit Monographien, Zeitschriften, Zeitschriftenartikeln, Flugblättern, Prospekten etc.
- Historisches und aktuelles Kartenmaterial und Pläne
- Druckgraphik, Photos von Personen, Stadtansichten und Landschaften
- Teilweise auch EDV-Programme und EDV-Produkte
Die Bestände sind bei den Dienststellen (Aemtern etc.) organisch entstanden und müssen möglichst vollständig erfasst, geordnet und verwaltet werden, soweit sie rechtlich bedeutsam oder historisch interessant sind.
Die Benutzung beschränkt sich fast überall auf die Lesesaalausleihe.
Bibliotheken
- Handschriften ("Bücher") aus der Vordruckzeit
- Nachlässe von Privatpersonen, Familien und Vereinen mehrheitlich aus dem Bereich der Kultur (Schriftsteller, bildende Kunst)
- Einzelschriftstücke tendenziell aus dem "Einzugsgebiet" der Bibliothek, aber oft auch von ausserhalb.
- Druckgrafik und Fotomaterial mehrheitlich von Personen und Objekten (Landschaften, Stadtansichten) aus dem Einzugsgebiet.
- Musikhandschriften v.a. von Komponisten, die in der Region gewirkt haben. Noten in Auswahl.
- Aktuelle und z.T. historische Karten
Die Bestandeszusammenstellung wird aktiv organisiert. Nur ein Bruchteil des Medienangebots wird überhaupt angeschafft.