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Auffallend ist die Dominanz der Texte mit wirtschaftlichem Inhalt. Dies gilt schon für die ersten Beispiele. Die frühen Tafeln, die in Uruk (etwa in der Mitte zwischen Basra und Bagdad) vor allem von deutschen Forscherteams seit Beginn dieses Jahrhunderts ausgegraben wurden, lassen sich in bezug auf die Sprache zwar noch nicht eindeutig zuordnen, da sie aus der Zeit etwa von 3200 bis 3000 vor Chr. stammen. Sicher ist, dass es sich erst um eine Vorform der Keilschrift handelt. Unumstritten klar ist jedoch auch, dass es sich um Informationen über das Wirtschaftsleben handelt. Es "...werden Waren oder Leistungen und ihre Mengen bezeichnet; ferner ist angegeben, wer an einer Transaktion in wessen Namen beteiltigt war, und wo und wann sie stattfand oder stattfinden sollte." Syntaktische Ketten fehlen bei diesen Angaben weitgehend. Es handelt sich um ganz knappe Formen zur Darstellung wirtschaftlicher Zusammenhänge, ohne dass komplexere Sachverhalte ausgedrückt würden. (Damerow, Entstehung, S. 82).
Die Entwicklung der Zahlzeichen, zu denen die Kulturen Mesopotamiens wichtige Entwicklungsschritte beigesteuert haben, wären ein besonderes Kapitel, auf das wir an dieser Stelle aber nicht eingehen können. (Sexagesimalsystem). (Damerow, erste Zahldarstellungen)
"Der bei weitem grösste Teil dieser babylonischen Kultur ist ökonomischer Art und behandelt z.B. so weltliche Transaktionen wie den Verkauf von Land oder die Gewährung von Darlehen" (Oates 19).
Bei den frühesten Textzeugnissen aus Aegypten stellen wir fest, dass sie sich ausschliesslich auf die Könige beziehen. Sie liessen festhalten, welche Taten sie vollbracht hatten, sie konnten ihre Namen verewigen, die Titel ihrer Beamten aufzählen oder die Festgaben und Tribute auflisten. Gegenüber dem Volk diente die Schrift der Verwaltung (v.a. im Zusammenhang mit de?n Steuern). (Schlott S. 117)
Zusammenfassend kann man die folgenden Schriftgattungen finden:
- Wirtschaftsleben (Buchhaltung)
- Recht (z.B. Codex v. Hammurabi)
- Diplomatie (Staatsvertrag Korr.)
- Orakelsprüche, allg. Bereich Religion
- Annalen
- Erlasse
- Thronreden
- Testamente
- Fest-, Kriegsbeschreibungen
- astronomische, mathematische Beschreibungen
- Wörterbücher (v.a. zweisprachige)
- Sprichwörtliche Erzählungen, Gilgamesch-Epos
- In Mesopotamien finden wir eine merkwürdige Fülle von Wortlisten
(Begriffszusammenstellungen), z.B. Staatsbeamten in ihrer hierarchischen Stellung,
Vogellisten (Ebla), Listen mit Örtlichkeiten und natürlich Kriegslisten.
(Postgate S. 66)