Neue Lesebedürfnisse in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts
Zeugnisse aus der 2. Hälfte des 18. Jhs. über eine neue Lesepraxis
sind zahlreich. Es wird intensiver gelesen, und es entsteht ein Massenbedarf
an Literatur. Die folgenden Faktoren haben dabei mitgewirkt (nach Thauer, S.
12f):
- Die Lesefähigkeit nimmt in dieser Periode zu.
- Die Aufklärung stützte sich auf die Prinzipien der Vernunft und
des Verstandes; dem gedruckten Wort kam dabei eine wichtige Rolle zu.
- Die langsame Lösung von der geistigen Vorherrschaft der Kirche führt
zu einer Abkehr vom erbaulichen Schrifttum.
- "Das aufsteigende Bürgertum trachtete, sich auf dem Weg geistiger
Orientierung und sozialer Kommunikation gegenüber dem Adel politisch
zu emanzipieren."
- Die politische Entwicklung vor und während der frz. Revolution verstärkten
das politische Interesse in der Bevölkerung.
- Ob schliesslich wirklich eine veränderte gesellschaftliche Stellung
der Frau zur intensiveren Lektüre der weiblichen Bevölkerung führte,
wie Thauer (s. 13) behauptet, wäre genauer zu untersuchen. Das Phänomen
ist aber wirklich greifbar: Es gibt zahlreiche Angriffe auf das "lesende
Frauenzimmer".
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