Von Gleichklang bis Disharmonie: Musik und Nation in Osteuropa

Die Sowjetunion ist tot – lang lebe Estrada! Sonic statecrafting in Usbekistan

Donnerstag, 24.11.2022, 18:15 Uhr

Werbeplakat in Usbekistan.
Werbeplakat in Usbekistan.
© Kerstin Klenke, 2022.

Um seine post-sowjetische Unabhängigkeit klanglich zu repräsentieren, hat Usbekistan eine überraschende Wahl getroffen: Mit dem Genre Estrada entschied es sich nicht nur für Mainstream-Pop, sondern auch für ein musikalisches Erbe der Sowjetzeit. Unter Präsident Islom Karimow wurden verschiedene staatliche Institutionen mit der Entwicklung und Kontrolle von Estrada betraut, und die Schaffung von milliy estrada – nationaler Estrada – als klanglicher Verkörperung der nationalen Unabhängigkeitsideologie bekam eine prominente Position auf der Regierungsagenda. Aber warum gerade Estrada? Anhand von Videoclips aus der Geschichte der usbekistanischen Estrada in der Sowjetzeit und seit der Unabhängigkeit geht dieser Vortrag den Gründen für die so außergewöhnliche wie enge Verflechtung von Pop-Musik und Staatspolitik in Usbekistan nach.

Veranstaltende: Schweizerische Osteuropabibliothek SOB
Redner, Rednerin: Dr. Kerstin Klenke, Wien
Datum: 24.11.2022
Uhrzeit: 18:15 - 19:45 Uhr
Ort: HS 101
Hauptgebäude, 1. Obergeschoss
Hochschulstrasse 4
3012 Bern
Merkmale: Öffentlich
kostenlos